Bilder zur Konzertfahrt nach Neulußheim

Chorreise – 300 Jahre Neulußheim 29.-31.Oktober 2011.
Bericht unseres Sängers Eckhard:

Eine Reise von der Elbe an den Rhein – zwei Kulturräume, die durch zwei Ströme ihre Besiedlung und Prägung erhielten. Und hier spielen die Städte Speyer und Dresden das Zentrum im jeweiligen Raum.

Immer waren es die Ströme und Flüsse, die als Erstes als Verkehrswege das Siedeln ermöglichen. Von hier aus erschlossen sich die weiteren Räume. Und so sind wir, die Nachnachgekommenen dieser Pioniere. Und heute machen wir den Sprung, vor noch 300 Jahren eine Reise von Monaten, innerhalb von 7 Stunden, um unserer Partnergemeinde Neulußheim einen Sangesgruß vom Elbestrand zu überbringen.

Das Hotel Achat in Hockenheim wurde gegen 15,30 Uhr erreicht. Viel Zeit blieb nicht vom sanften Schwingen und Dahingleiten, sich auf Fußgängerei umzustellen. Das Erste, was wir von Neulußheim zu Gesicht bekamen, war das Depot der Freiwilligen Feuerwehr. Hier schon war der Bürgermeister mit seinem Empfangskomitee zu unserer Begrüßung anwesend an einem Feuerwehrhaus, welches großzügig geplant war, so dass im Versammlungsraum Empfänge und kleine Veranstaltungen stattfinden können.

Und schon ging es weiter zum Schulgebäude, welches mit einem modernen Zusatzbau in letzter Zeit vergrößert wurde. Der Rektor selbst ließ sich die Führung durch Haus und Hof nicht nehmen, was er mit besonderer Gründlichkeit und Liebe machte, so dass unser Zeitrahmen in Bedrängnis geriet. Der Dom von Speyer erwartete uns.

Dort standen schon kundige Stadtführer bereit. Wir wurden in zwei Gruppen geteilt, um uns das ehrfurchtgebietende Bauwerk und die Altstadt von Speyer zu zeigen. Zuerst erfolgte die Besichtigung im Dom, Weltkulturerbe der UNESCO seit 1984 als größter romanischer Bau weltweit.

Die Nagelprobe für unseren Chor hatten wir hier abzulegen. Denn es gab eine Genehmigung des Bischhöflichen Büros, dass unser Chor in diesen 950 Jahre alten Dom ein angemessenes Lied vortragen darf. Unser Vorstand suchte dazu die „Hymne an die Nacht“ aus. Das linke Seitenschiff wurde für diesen Vortrag ausgewählt. Solch einen Resonanzkörper aus bis 6m starken Sandsteinwänden wird unser Chor wohl nicht gleich wieder bekommen. Der Nachhall von 3 – 4 Sekunden ließ uns vor Ehrfurcht erstarren!

Die anschließende sehr informative Stadtführung von ca. 1,5 Stunden gab einen Schnellabriß zur Geschichte der alten Domstadt Speyer, der bis zu den Römern reichte.

Das Abendessen am Domplatz im „Domnapf“ war schnell, reichlich und gut – ein gutes Beispiel für funkionale Gastronomie.

Der 30., letzter Sonntag im Oktober, ein Sonnentag bis zum späten Abend im Wortsinn! Wie anfangen, wie aufhören?
Ein Tag der Begegnungen, Menschen vereint im Wollen, im Geiste, im Tun! Wir besichtigen den neu erbauten evangelischen Kindergarten.

Vor dem „Ereignis“, das zweistündige Mittagessen beim Italiener, der jedes Bier einem 5-minütigem Zapfvorgang unterzog, so dass die Zuspätgekommenen einen 30-minütigen Trocknungsprozess ausgesetzt waren. Entkräftete Wanderer, einer Stärkung bedürftig, hingen nach 60 Minuten in einer Art Wachkoma in ihren Sitzen. Dann allerdings, vom Duft der Speisen aufgemuntert, durften sie mit echt Italienischer Küche verwöhnt sein. Derart gekräftigt, konnten wir dem Konzert „5 Chöre und ein Orchester“ gelassen entgegensehen.

Die Mischung aus Kirchen-, Modern- und Volksmusik zog alle Besucher in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche in ihren Bann.

Aus unserem Vortrag bekam die tragisch-komische Ballade der „Sächsischen Loreley“ besonderen Beifall, welche dann beim anschließenden Empfang eine Zugabe und als Kopie etliche Interessenten fand.

Den Höhepunkt sollte der Abend mit der „Ode an die Freude“, gemeinsam intoniert mit allen Chören, Orgel und Orchester, für alle Anwesenden tiefergreifend bilden, sodass sie noch ein zweites Mal vorgetragen werden mußte.

Es war eine Sternstunde für die Musik, eine Aufforderung an die Menschen, hierin nie nachzulassen. Ein großes Dankeschön der Gemeinde, dem Bürgermeister und den vielen fleißigen Helfern und allen Mitwirkenden des Orchesters und der Chöre. Wir wurden von ihnen reichlich beschenkt. Der anschließende Empfang im Gemeindesaal für alle Aktiven rundete das Bild. Für diesen Kreis gaben wir noch einmal ein paar Sangesproben zum Besten. Auch hier wieder die menschlichen Begegnungen – das Wertvollste.

Noch aber war der Abend nicht ausgeschöpft. Nachtschwärmend machten wir uns auf, bei einem großen Eroberer des Mittelalters DSCHINGIS KHAN einzufallen. Allerdings nicht, um Kamelmilch zu probieren, deren Fettprozente wir doch lieber in Alkoholprozente tauschen wollten. Dessen Nach-nach-nachfahren fanden wohl nicht in die großen Steppen zurück, sondern beköstigten uns mit allem, was gewünscht so vorzüglich, dass der Eine oder Andere dankbar war, in seiner Schlafstatt die Horizontale einnehmen zu können.

Abschiede sind eigentlich ein Neubeginn. Und so begann der Montag (in Baden-Württemberg ein Brückentag) mit Sonnenschein, sodass wir nahe des Uhrenmuseums froh die „Lachende Sonne“ begrüßen konnten. Wir lachten auch ob des Kartons dickbauchiger Sektflaschen, den uns der Bürgermeister höchst persönlich froh war, übergeben zu dürfen. Ihm fiel im wahrsten Sinne ein kiloschwerer Stein vom Herzen.

Klein aber fein ist wohl das Treffendste zu diesem Kleinod zur Geschichte des Uhrmacherhandwerks zu sagen. Es lebt von Seele und Geist seines Errichters und Betreibers. Akrebie, Fleiß, Zähigkeit verbunden mit viel Liebe zur Mechanik wird gebraucht, um solch ein Lebenswerk aufzubauen. Ein großer Dank für diese wunderbare Führung!

So rollen wir schließlich wieder gen Osten an die Elbe, bereichert und dankbar für diese herrlichen Tage.

 

Ende des Berichts von Eckhard

 

Hier nun ein paar fotografische Impressionen für die, die dabei waren und für die daheimgebliebenen.


Fahrt auf der Autobahn nach Neulußheim. Einsingen in unserem Hotel.


Stadtrundgang in Speyer und Abendmahl mit einheimischen Speisen.

Abendessen im Domnapf.


Besuch in Neulußheim mit Feuerwehr …


… Schule und Kindergarten.


Einsingen und Auftritt in der Kirche Neulußheim.


Empfang des Bürgermeisters nach dem Konzert.

Besuch des Turmuhrmuseums zu Neulußheim. Unser Eintrag im Gästebuch – auf jeden Fall lohnt sich der Besuch im Museum!